
Erstmals konnte nun eine Methanquelle am Meeresboden vor Costa Rica, die von Kieler Wissenschaftlern entdeckt worden war, direkt mit dem amerikanischen Tiefsee-Tauchboot ALVIN im Detail untersucht werden.
Die größte Überraschung war die Entdeckung eines „Waldes“ von Röhrenwürmern, die einen untermeerischen Steilhang besiedeln und deren Wohnröhren bis zu 1,5 Metern aus dem felsigen Untergrund herausragen. Die Röhrenwürmer bedecken dabei ein Areal von der Größe zweier Fußballfelder - eine der dichtesten und größten Ansammlungen dieser Tiere weltweit. Die Würmer nutzen das beim Abbau von Methan frei werdende Sulfid als Energiequelle. Dr. Warner Brückmann vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel, hatte damit nicht gerechnet: „Wir kennen diese Röhrenwürmer aus verschiedenen kleinen Vorkommen in unserem Arbeitsgebiet und aus anderen Bereichen, zum Beispiel von Mittelozeanischen Rücken. In so großer Anzahl und Dichte haben wir sie aber bislang noch nirgendwo beobachtet.“
Die 10-tägige Expedition gehört in den Rahmen des Sonderforschungsbereiches "Volatile und Fluide in Subduktionszonen" (SFB 574), der Wissenschaftler der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften verbindet. Auf deutscher Seite wurde der Geologe Brückmann begleitet von der Kieler Geochemikerin Ulrike Schacht und Helge Niemann, einem Biologen am
Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen. Die US-amerikanischen Partner kamen vom
Scripps Institut für Ozeanographie, San Diego, und der Universität Hawaii.
Das Forschungstauchboot ALVIN in Aktion. (Quelle Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI), USA, www.whoi.edu)
Pressesprecher
Dr. Manfred Schlösser
Max-Planck Institut für marine Mikrobiologie
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