Seitenpfad:

Wie wir forschen

MPI MM Kiste

Digitalisiertes Korallenriff          NanoSims           Forscher an Bord      

Große Forschungsgeräte und kleine Forschungsobjekte - passt das zusammen? 

Und wie! Hier erfahrt ihr mehr über Forschungsschiffe, Großgeräte und den Laboralltag. Ein paar Beispiele....

 

Das digitalisierte Korallenriff: Nur was man kennt, kann man schützen

Auf diesem Bild sehr ihr unseren Kollegen Arjun Chennu beim Tauchen vor Papua Neu-Guinea. Zum Glück ist unter Wasser alles leichter. Denn Arjun hat großes Gepäck: Das Gerät, das er vor sich herträgt, ist der sogenannte HyperDiver. Den hat Arjun gemeinsam mit seinem Kollegen Joost den Haan aus der Mikrosensoren-Gruppe entwickelt.

Mit dem HyperDiver kann man den Zustand von Korallenriffen schnell und umfassend kartieren. Das ist wichtig, da Korallenriffe nicht nur wunderschön, sondern auch sehr empfindlich sind und massiv unter dem Klimawandel leiden. Mit Hilfe der Daten, die der HyperDiver sammelt und die anschließend verarbeitet werden, können wir die Korallenriffe der Welt besser verstehen und schützen.

Mehr zum Thema:

Video über den HyperDiver  (auf Englisch)

 

Mikroorganismen bei der Arbeit zuschauen

Es ist groß und silbern und sieht sehr kompliziert aus. Und es vollbringt wahre Wunder. Mit seiner Hilfe kann man Mikroorganismen bei der Arbeit zuschauen.

NanoSIMS steht für „Nanoscale Secondary Ion Mass Spectrometre“. Es ist ein Massenspektrometer mit einer besonderen Optik, die eine beeindruckende räumliche Auflösung ermöglicht. So können die Forscher Dinge beobachten, die nur etwa 50 Nanometer klein sind – also ein Zwanzigstel eines Millionstel Meters!

Weltweit gibt es nur etwa 20 dieser Geräte. Die Forscher aus der Abteilung Biogeochemie wollen damit Zellstrukturen und Vorgänge im Inneren von Bakterienzellen untersuchen. „Mit dem NanoSIMS können wir verfolgen, ob und wo eine Zelle verschiedene Stoffwechselprodukte lagert”, erklärt Marcel Kuypers. Das NanoSIMS am MPI Bremen war das erste solche Gerät, das für ökologische Fragestellungen eingesetzt wird.

“Besonders interessant ist die Kombination mit Techniken wie FISH (Fluorescence inSitu Hybridisation), mit denen die Zellen identifiziert werden. So können wir dann die Identität mit der Funktion der einzelnen Zelle verknüpfen”, fügt Rudi Amann, Leiter der Abteilung Molekulare Ökologie hinzu.

Begonnen hat diese Forschung im Jahr 2008. Einer internationalen Forschergruppe um Niculina Musat vom MPIMM gelang damals das Kunststück, zeitgleich den Stoffwechsel und die Identität einzelner Bakterienzellen zu bestimmen. Im Schweizer Alpensee Lago di Cadagno verglichen die Forscher die Stoffwechselleistung dreier Bakterienarten. Das überraschende Ergebnis: der Bärenanteil des Stoffumsatzes wird von einem winzigen Teil der Bakteriengemeinschaft geleistet[ii].

Eine andere Studie zeigte, dass Individualismus bei Bakterien eine wichtige Überlebensstrategie sein kann. Mit Hilfe des NanoSIMS wurden mittlerweile ein Vielzahl spannender Studien durchgeführt, hier einige Beispiele:

 

Pressemeldungen zu Arbeiten mit dem NanoSIMS:

Mikroorganismen bei der Arbeit zugeschaut

Brennpunkt Gletscher:Mikroben auf dem Eis heizen ein

Individualismus bei Bakterien

Klein, aber oho: Eine neue Schlüsselfigur im marinen Stickstoffkreislauf

Ungewöhnliche Symbiose zwischen marinen Mikroorganismen

 

 

Unser größtes Ausrüstungsstück: Das Forschungsschiff

MPI Meteor Forschungsschiff

Eine der aufregendsten Zeiten im Leben eines Meeresforschers ist eine Expedition auf dem Forschungsschiff.

Sehr viel Arbeit, die Schönheit der umgebenden Meeres, die mögliche Unbill des Wetters, das enge Zusammenleben an Bord, all das hinterlässt Eindrücke, von denen man ein Leben lang zehrt. Die deutsche Forschungsflotte umfasst insgesamt 16 Schiffe, die internationalen Forschungsprojekten in der Küsten-, Meeres- und Polarforschung zur Verfügung stehen.

Das Forschungsschiff FS Meteor war im Frühjahr 2016 unterwegs zu heißen Quellen am mittelatlantischen Rücken. Mit an Bord war der Dokumentarfilmer Pascal Wendlinger. In seinem Videoblogs berichtet er vom Leben an Bord. Hier erfahrt ihr, was Idefix am Seemannssonntag machtwas Narrengold ist und wie die Schatzsuche verlief.

Greta Reintjes aus der Abteilung Biogeochemie war Weihnachten 2015 mit der FS Sonne unterwegs. „Das Leben an Bord eines Schiffes unterscheidet sich sehr vom Leben zu Hause“, erzählt Greta. „Es gibt keine festen Arbeitszeiten und Abläufe, von einem Tag auf den anderen kann sich alles ändern. Manche Tage sammeln wir die ersten Proben um 14:00, an anderen um 4:00 morgens. Manchmal arbeiten wir den ganzen Tag durch bis spät in die Nacht hinein, während wir ein anderes Mal nachts arbeiten und den Tag verschlafen. Wenn wir gerade zwischen verschiedenen Probenorten unterwegs sind und auch keine Proben aufarbeiten müssen, können wir in der Hängematte den Sonnenschein genießen und wunderschöne Sonnenauf- und -untergänge bewundern. Es ist wirklich begeisternd, wenn nach dem Sonnenuntergang über dem Pazifik unzählige Sterne auf dem Himmelszelt erscheinen und sich die Tintenfisch sich im Licht unserer Scheinwerfer tummeln.“

Gretas Kollegin Clara Martinez Perez schildert, wie es bei der Probenahme mit einem so genannten Kranzwasserschöpfer um jeden Tropfen geht:

„Wenn wir eine Station erreichen, an der Proben genommen werden, arbeiten alle gleichzeitig, damit wir möglichst viele Proben nehmen können. Wasserproben werden von der Oberfläche bis in eine Wassertiefe von 4000 Metern genommen. Die Proben sind kostbar und müssen streng rationiert werden. Wenn der Wasserschöpfer an Bord gehievt wird, stehen die Wissenschaftler manchmal schon Schlange mit allerlei Probengefäßen, um ihre paar Tropfen zu ergattern. Für die anspruchsvolleren unter uns werden Pumpen eingesetzt. Damit kann man große Wassermengen direkt im Meer filtrieren. Die raren größeren Planktonorganismen können mit Netzen beprobt werden. „Größer“ bedeutet dabei größer als 10 Mikrometer – also immer noch unsichtbar für das freie Auge, aber viel größer als ein Bakterium. Und das sind nur einige der Geräte, die wir mit an Bord haben.“

 

Mehr zum Thema:

Unsere Forschungsblogs

Back to Top