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Petersen-Exzellenzprofessur für unsere Direktorin Nicole Dubilier

16.09.2020

Die Meeresbiologin und Symbioseforscherin Prof. Dr. Nicole Dubilier, Direktorin am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen, erhält für ihre wissenschaftlichen Leistungen eine Exzellenz-Professur der Prof. Dr. Werner-Petersen-Stiftung, die mit 20.000 Euro dotiert ist. Die Preisverleihung fand am 15. September am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel statt.

Verleihung der Peteresen-Exzellenzprofessur an Prof. Dr. Nicole Dubilier. (Jan Steffen /GEOMAR)
Verleihung der Peteresen-Exzellenzprofessur an Prof. Dr. Nicole Dubilier. (Jan Steffen /GEOMAR)

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung“, sagt Nicole Dubilier. „Ich werde damit Gelegenheit haben, in Vorträgen und einem Kurs für den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die Forschung in meinem Team vorzustellen und zu diskutieren. Ein so intensiver Austausch mit Kolleginnen und Kollegen und Studierenden, wie er durch die Exzellenzprofessur möglich wird, ist immer sehr inspirierend und häufig Ausgangspunkt neuer, fruchtbarer Forschungspartnerschaften.“

Die Petersen-Exzellenzprofessur wird alljährlich von der Prof. Dr. Werner-Petersen-Stiftung in Kooperation mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel an international renommierte Forschende auf dem Gebiet der Meeresforschung vergeben. Nicole Dubilier erhält die 22. Exzellenzprofessur, die mit 20.000 Euro dotiert und einem Forschungsaufenthalt am GEOMAR verbunden ist, für ihre Forschung an Symbiosen – dem Zusammenleben verschiedener Arten zu beiderseitigem Nutzen. Zusammen mit ihrem Team erforscht sie Symbiosen zwischen Meerestieren und Bakterien. Die symbiontischen Bakterien verwenden Schwefelwasserstoff, Wasserstoff oder Methan als Energiequellen für die Fixierung von CO2 und wandeln es in Nahrung für ihre Wirte um. So können sich die Tiere von Energie- und Kohlenstoffquellen ernähren, die sie selbst nicht direkt verwerten können. Zu den Wirtstieren gehören beispielsweise Röhrenwürmer und Muscheln, die weltweit heiße Quellen in der Tiefsee bewohnen und dort die Basis reichhaltiger Ökosysteme bilden. Manche Wirtstiere verlassen sich soweit auf ihre bakteriellen Mitbewohner für ihre Ernährung, dass sie ihren eigenen Mund und Darm verloren haben und keine Nahrung selbstständig aufnehmen können. Die Vielfalt, Ökologie und Evolution solcher Symbiosen stehen im Zentrum von Nicole Dubiliers Forschung. Ihre Arbeiten tragen wesentlich zum Verständnis mikrobieller Symbiosen und ihrer Bedeutung für das Ökosystem Ozean bei.

In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Bosch, Direktor des Zoologischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die besonderen Leistungen von Prof. Dubilier hervor. „In den fast 30 Jahren, in denen sie sich mit Symbiosen beschäftigt, hat sie wesentlich zu unserem heutigen Wissen über diese einzigartigen Lebensgemeinschaften beigetragen.“ Nachdem sie sich zunächst vor allem den Symbiosen in der Tiefsee widmete, erforscht sie mittlerweile auch symbiotische Gemeinschaften im Flachwasser, etwa in Seegraswiesen und Korallenriffen, so der Kieler Biologe. „Die Erkenntnisse von Nicole Dubilier und ihrem Team sind nicht nur zentral für unser Verständnis, wie diese Ökosysteme funktionieren. Ihre Forschung über Wirt-Mikroben-Interaktionen ist auch für innovative Anwendungen, zum Beispiel im medizinischen Bereich, von Interesse“, so Bosch weiter.

Die Professur wurde Nicole Dubilier am 15. September 2020 in Kiel verliehen. Die offizielle Preisverleihung erfolgte aufgrund der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie als geschlossene Veranstaltung. In einem den Festakt begleitenden Vortrag beleuchtete Dubilier die faszinierende Welt der Symbiosen, an denen sie arbeitet, vom Wattenmeer vor Sylt bis zu den heißen Schloten der Tiefsee Tausende Meter unter der Meeresoberfläche.

Nicole Dubilier bei ihrem Festvortrag. (Jan Steffen /GEOMAR)
Nicole Dubilier bei ihrem Festvortrag. (Jan Steffen /GEOMAR)

Weiterführende Informationen

Flyer der Prof. Dr. Werner Petersen-Stiftung über die Forschung von Nicole Dubilier

Rückfragen bitte an:

Direktorin

Abteilung Symbiose

Prof. Dr. Nicole Dubilier

MPI für Marine Mikrobiologie
Celsiusstr. 1
D-28359 Bremen

Raum: 

3241

Telefon: 

+49 421 2028-932

Prof. Dr. Nicole Dubilier

Leitung der Presse & Kommunikation

Pressestelle

Dr. Fanni Aspetsberger

MPI für Marine Mikrobiologie
Celsiusstr. 1
D-28359 Bremen

Raum: 

2100

Telefon: 

+49 421 2028-947

Dr. Fanni Aspetsberger
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